GV der SAVASS vom 5.5.10 - Jahresrückblick des Präsidenten

05.05.2010

Die SAVASS gehört nun zu den Hauptakteuren

Jahresrückblick 2009 des Präsidenten NR Ulrich Giezendanner

Es gibt in der Schweiz namhafte Branchenverbände, die es jahrzehntelang nicht schaffen, sich in „Bundesbern“ Gehör zu verschaffen. Das hängt weniger mit ihrem Unvermögen denn mit der falschen Bescheidenheit zusammen, mit der sie den Auftritt auf der politischen Bühne angehen. Wer in Verwaltung und Parlament ein ernsthaftes Wort mitreden will, der muss dies selbstbewusst und kompetent tun. Das war für uns in der SAVASS schon immer klar – entsprechend haben wir auch gehandelt. Es hat nichts mit Selbstbeweihräucherung zu tun, wenn wir konstatieren, dass wir in unserem Bereich der Mehrwertdienste heute zu den Hauptakteuren gehören.

Das kommt nicht von ungefähr; wir haben dies als eines der Hauptziele im Jahr 2009 bewusst angestrebt. So haben wir die Kontakte mit den zuständigen bürgerlichen Parlamentariern in mehreren Treffen intensiviert oder teilweise neu geknüpft. Natürlich haben wir für konkrete Anliegen unseres Verbandes geworben, das gehört schliesslich zur Lobbyarbeit. Wir haben allerdings mehr erreicht, indem wir den angesprochenen Politikerinnen und Politikern auch allgemeine Informationen zu unserem vielseitigen Tätigkeitsgebiet vermitteln konnten. Denn es ist kein Geheimnis, dass viele der sehr komplexen Zusammenhänge der Mehrwertdienst-Branche für Milizparlamentarier nur schwer verständlich sind. Entsprechend gross ist die Versuchung, die aktuelle Problematik – etwa beim Jugend- oder Konsumentenschutz – auf medienwirksame Empörung zu reduzieren. Unsere „Aufklärungsarbeit“ hat deshalb viel zur Versachlichung beigetragen; mehrere National- und Ständeräte haben uns bestätigt, dass sie bei voller Kenntnis der Sachverhalte gewisse parlamentarische Vorstösse gar nicht lanciert hätten.
Neben der Intensivierung der Kontakte zu den eidgenössisch Räten können wir heute mit Genugtuung feststellen, dass die SAVASS neuerdings auch von den Konsumentenorganisationen als Partner anerkannt wird. Im Fall des BAKOM ist dies schon länger der Fall; in den Vernehmlassungen hat unsere Stimme wirklich Gewicht. Als äusserst positiv erweist sich die Tatsache, dass unser Geschäftsführer Hans-Ulrich Hunziker Einsitz – und damit auch Einfluss – im Stiftungsrat der Ombudscom nehmen konnte.

Wir können somit auf die „Aussenpolitik“ unseres Verbandes im vergangenen Jahr echt stolz sein. Eine Baustelle bleibt hingegen die Weiterentwicklung der SAVASS zum umfassenden Branchenverband. So ist es uns jedenfalls trotz grosser Anstrengungen im 2009, wozu auch eine Statutenänderung gehörte (Aufhebung des Vetorechts der Fernmeldedienstanbieter, Einführen eines Mitgliederbeitrags von Fr. 500 für Kleinstmitglieder) noch nicht gelungen, die Mitgliederbasis zu erweitern. Im Gegenteil. Das muss uns zu denken geben. Zwar waren die angedachten Strategieänderungen sicherlich nützlich. Aber das ändert nichts daran, dass wir den – leider sehr steinigen – Weg weitergehen und alles daran setzen müssen, endlich die Repräsentativität auch von der Mitgliederzahl her zu erreichen, wie sie der SAVASS als Verband schon lange zugebilligt wird. Die Vorzeichen dazu stehen günstig: Unser Vorstand zeichnet sich durch enormes Engagement und Know-how sowie – allen Differenzen zum Trotz – durch stete Bereitschaft zur Zusammenarbeit aus. Dafür gebührt allen Beteiligten, insbesondere aber unserem Geschäftsführer Hans-Ulrich Hunziker, ein grosser Dank.

Bern, 5. Mai 2010
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